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Die Hoppediz Schnecke
 
 
 

Empfehlungen : Von Experten : Dorothee Neumärker

Empfehlungen von Dorothee Neumärker, Bochum
(Krankengymnastin und Kursleiterin für Baby-Massage)

Informationen zum Tragetuch:

Forscher bezeichnen Menschenkinder als "Traglinge". Traglinge bemühen sich aktiv, den Platz am Körper Ihrer Mutter nicht zu verlieren.

Dabei haben Neugeborene einen ausgeprägten Gleichgewichtssinn. Der Klammer-Reflex und der Lage-Reflex sind vorhanden. Sei ermöglichen es dem Baby Halt zu suchen und sich in seiner Lage so zu verändern, daß zum Beispiel die Atemwege frei sind.

Wenn wir ein liegendes Baby hochnehmen, geht es automatisch in die Anhockposition. Auch die Haltung eines nackten Babys deutet darauf hin, daß es für das Tragen eingerichtet ist. Es hat die Beine weit gespreizt und schon nach einigen Wochen hält es die Beine aktiv hoch, was einem Umschließen der Hüfte entspricht.

Das Tragen hat für einen von der Natur dafür vorbereiteten Säugling viele positive Auswirkungen:

  • Durch die Bewegung der Mutter werden die Nervenenden in der Haut, in den Muskeln und Gelenken des Babys angeregt.
  • Die Bewegungen der Mutter fordern vom Baby eine Ausgleichsreaktion. Dadurch werden die körperlichen Kräfte des Babys aktiviert und altersgemäß genutzt.
  • Die Atmung wird aktiviert und dadurch eine bessere Durchblutung der Inneren Organe erreicht.
  • Durch Atmung, Bewegung und Berührung erhält das sich entwickelnde Immunsystem anregende Impulse.
  • Die Darmtätigkeit des Kindes wird unterstützt, Blähungen lassen nach.

==> Insgesamt wird durch Tragen eine gesunde und kraftvolle Entwicklung gefördert.

Die Wirbelsäule des Neugeborenen ist bedingt durch die beengte Lage in der Gebärmutter "rund". Erst im Laufe seiner motorischen Entwicklung beginnt das Kind den Kopf zu heben, um seine Umgebung besser wahrnehmen zu können. Als nächstes lernt es seinen Oberkörper zu stabilisieren. Erst wenn es laufen gelernt hat, ist der Prozeß der Wirbelsäulenformung abgeschlossen.

Die oft ausgesprochene Warnung, der Rücken von Babys könne durch das Tragen im Tuch krumm werden, ist somit unbegründet. Wichtige Voraussetzung für diese Unbedenklichkeit ist allerdings, daß zum Tragen ein straff sitzendes, jedoch in sich etwas elastisches Tragetuch verwendet wird. Das Hoppediz®-Tuch entspricht diesen Anforderungen.

Die Hüftentwicklung wird durch das Tragen im Tuch positiv beeinflußt. Die angehockte und gespreizte Position wirkt sich günstig auf die Ausreifung der Hüftköpfe aus. Die korrekte Trageposition ähnelt der Haltung in einer Spreizhose.

Der Tragende selbst wird durch eine Kräftigung der eigenen Muskulatur belohnt. Werden einige Hinweise beachtet, erreicht man im Vergleich zum Transport ohne Tragehilfe eine erhebliche Entlastung des eigenen Körpers. Folgende ergonomische Tips zum Tragen haben sich als besonders hilfreich erwiesen:

  • Es ist sinnvoll, die Trageposition zu wechseln. Sofern man das Kind im Hüftsitz trägt, ist ein Wechsel zwischen beiden Seiten ausreichend. Auch ein Wechsel zwischen Kreuztrage vorne und Rückentrage ist sinnvoll (entsprechendes Alter des Kindes beachten).
  • Hat der Tragende eine Skoliose (Verbiegung der Wirbelsäule), sind symmetrische Tagevarianten zu bevorzugen.
  • Die Tragezeit sollte langsam gesteigert werden.
  • Das Tuch ist dann richtig gewickelt, wenn man das Gefühl hat, das Kind liegt (sitzt(!?)) sicher am Körper, und es nicht nötig ist, das Tuch zum Beispiel durch ein Hochziehen der Schultern zu stabilisieren oder zu straffen. Dies würde schnell zu Verspannungen führen. Anfangs kann es hilfreich sein, die eigene Haltung im Spiegel zu kontrollieren.
  • Auch für den Tragenden ist es von Bedeutung, das Kind mit dem Tuch fest an den eigenen Körper zu wickeln. In einem lockeren Tuch wirken andere (und instabile) Gewichtsverhältnisse und Hebelkräfte. So entsteht schnell eine Verdoppelung der Last!

Abschließend sei erwähnt, daß das Kind im Tragetuch viele Entwicklungsreize für die sensorische Wahrnehmung bekommt und in dieser Position intensiver mit seiner Umwelt in Kontakt treten kann. Uns Tragenden eröffnet das Tuch auch viel Bewegungsfreiheit und Möglichkeiten, die wir mit dem Kinderwagen nicht haben. Es liegt an uns Tragenden zu überdenken, welche Sinneseindrücke dem Lebensalter des Kindes entsprechen und was wir dem Kind zumuten können. Ums dies einschätzen zu können, ist es eine bereichernde Übung, sich gedanklich in die Lage des Kindes zu versetzen und die Welt mit dessen Augen zu betrachten.

Dorothee Neumärker, Bochum
Krankengymnastin und Kursleiterin für Baby-Massage